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Corin Curschellas

ist eine singuläre Erscheinung in der Schweizer Musikszene. Auf ihrer Reise durch alle Zeiten und Stile der modernen Musik hat sie sich eine eigene Welt erschaffen. Die Bündner Sängerin, Musikerin, Komponistin, Texterin und Schauspielerin ist kosmopolitisch, selbstironisch, vielschichtig und aussergewöhnlich inspiriert. 
  
Aufgewachsen in Chur, zieht es sie nach Abschluss des Lehrerdiploms an die Schauspielschule in Zürich, dann nach Berlin, später weiter nach Paris, wo sie bis heute ihren zweiten Wohnsitz hat. 
Reisen nach La Réunion, Alaska, USA, Nordafrika, China, Canada, Madagaskar, durch alle Länder Europas - und immer weiter. 
  
Corin Curschellas schreibt Songs in den Bereichen Chanson, Pop, Rock, Ur-Musik, Ethno, experimentelle Lieder, Jazz und freie Musik; sie spielt fünf Instrumente, singt in 6 Sprachen und komponiert auch für andere, z.B. für Michael von der Heide, Vera Kaa, Filmmusik für Stina Werenfels, sowie Theatermusik. 
  
Das musikalische Spannungsfeld von Corin Curschellas ist extrem weit: Vom Vienna Art Orchestra über David Byrne, Robert Quine, Marc Ribot, Steve Argüelles, Bob Wilson, Christian Marclay, Andreas Vollenweider, Fritz Hauser, Max Lässer bis zu den Frühwerken mit Walter Lietha. 
Sie tourte mit den "Musiciens du Nil" in Ägypten und Tunesien (mit Christy Doran). 
Mit dem vietnamesischen Gitarristen Nguyên Lê, dem Kameruner Bassisten Richard Bona sowie dem England-Catalunier Steve Argüelles spielte sie in einem Hendrix-Projekt an unzähligen Festivals dieser Welt. 
Sie ist ebenfalls Musikerin beim "Global Vocal Meeting" (mit Sudha Ragunathan, Indien / Mitsou, Ungarn / Senge, Madagaskar / Rinde Eckert, USA / Abdoulaye Diabaté, Mali). 
Ihre Mitmusikerliste liest sich wie ein "who's who" der guten zeitgenössischen Pop Rock Jazz Ethno-Musik. 
  
In der musikalischen Heimat verwurzelt, z.B. mit «eCHo», fühlt sie sich auch Sud des Alpes zuhause. 
  
Am Theater spielte Corin Curschellas z.B. am Schauspielhaus Zürich in "Das Goldene Zeitalter" und "Hotel Angst" unter der Regie von Christoph Marthaler, mit dem sie seit 1983 immer wieder zusammenarbeitet (z.B. das Kultstück: "Stägeli uf, Stägeli ab, juhee"). 
2004 Tschechow's "Entfernte Cousinen" im Theater am Neumarkt in Zürich. 
2006 "DURCHZUG Addio-Alpenduft-Increschantüm", von Roman Weishaupt und Marmorera, Film von Markus Fischer. 
2007 Musical "Die schwarzen Brüder" in der Stahlgiesserei Schaffhausen. 
2008 Musical "Elternabend" im Theater am Hechtplatz Zürich. 
2010 "Am STRand", Festspiel zum 50-Jahr-Jubiläum der Walservereinigung Graubünden. 
  
2006/2007 ist Corin Curschellas unterwegs mit MONO: Vielschichtig, vielfarbig, vieldeutig und vielfältig spielt sie Lieder aus ihren fünf Alben in der eigentlichen Ur-Version. 
  
2007 Tour mit Max Lässer und dem Überlandorchester
  
2008 erscheint die CD Grischunit - Voices of Rumantsch, mit Marc Ribot: guitars; Peter Scherer: keyboards; Shazhad Ismaily: bass; Matt Johnson: drums. 
  
2009 grischunit / polyglott, Tour mit Matthias Lincke (Geige), Jean-Pierre Dix (Bass) und Urs Vögeli (Gitarre). 
  
2010 Pomp auf Pump, ein dramatisch musikalischer Abgesang, Regie: Peter Rinderknecht. 
  
Weiterhin aktuell: «eCHo» mit Christine Lauterburg, Walter Lietha und Doppelbock 
  
2012 CD La Grischa, mit Albin Brun (Sopransax, Schwyzerörgeli, Duduk, etc.), Patricia Draeger (Akkordeon, Schwyzerörgeli) und Claudio Strebel (Kontrabass). 
  
2013 CD origins (trad.), mit Thomas Aeschbacher, Jürg Nietlispach und Simon Dettwiler von Pflanzplätz und Andy Gabriel von den Helvetic Fiddlers. 
  
2015 CD La Triada, mit Astrid Alexandre und Ursina Giger. 
  
2016 CD La Nova, mit Markus Flückiger (Schwyzerörgeli), Vera Kappeler (Piano), Pez Zumthor (Schlagwerk) und Anna Trauffer (Bass). 
  
... und alle Jahre wieder: www.happynewyearsong.ch

Weggehen, um zurückzukommen

Im letzten Herbst, auf einem Spaziergang entlang den weiten Weinbergen von Malans in der Bündner Herrschaft, sagte meine Bekannte Seraina überraschend: «Wo das Bett meines Geliebten steht, da bin ich daheim!» Ich sagte: «Als Kind fühlte ich mich in meinen Kleidern zu Hause. Ich wohnte in meinem gefütterten Wintermantel. Aber naturgemäss war er irgendwann zu klein, und auch meine Heimatstadt Chur wurde mir zu eng. Also zog ich hinaus in die Welt, um das Fürchten zu lernen.» Der vertraute Duft meiner Lieblingsseife im Koffer reiste mit sowie alle meine gespeicherten Erinnerungen an 20 Jahre Leben in Graubünden! 
 
Während der sieben mageren Zürcher Jahre las ich gute Bücher zweimal hintereinander. Ich fühlte mich zwischen den Buchdeckeln zu Hause und in den Rollen, die ich an der Schauspielakademie lernte. In den sieben fetten Jahren in Berlin - ich hatte mittlerweile bereits fünf Zahnbürsten an fünf verschiedenen europäischen Orten stehen - fühlte ich mich in den Sprachen zu Hause, in der Musik. Überall, wo ich mich mit Fremden und Freunden verständigen konnte, da war Daheim!
 
In Westberlin begann ich rätoromanische Poesien zu vertonen; es faszinierte mich, dank der gewonnenen Distanz eine neue Nähe zum vertrauten Klang meiner Bündner Kindheit zu finden, und als ich in einem Kreuzberger Schaufenster ein Foto sah «Die rote RhB mit Albula-Viadukt», füllten sich meine Augen vor lauter Heimweh mit Tränen! Später, ich wohnte bereits in Paris, hörte ich in der Metro eine Gruppe aus Ftan «Vallader» sprechen. Ich konnte mich nicht satthören vor lauter «maladie suisse» und verpasste meine Station. «Chantun Grischun!» - «Increschantüm!» Eines war mir als Nomadin von Wasserloch zu Wasserloch immer bewusst: Später, irgendwann, kehre ich zurück nach Graubünden, um zu bleiben! 
 
Es ist so weit! Ich ziehe in die Surselva, ins Felshaus meiner Grosseltern. Wo der Hund des Nachbarn nicht bellt, sondern wedelt, wenn ich heimkomme; da, wo ich die Bäume meiner näheren Umgebung persönlich kenne und die Gerüche bestimmter Ecken und Hecken sich in meiner Vorstellung ein Nest gebaut haben, wo ich innere Ruhe, Inspiration und Klarheit finde: Proviant für die nächste Reise! 
 
Graubünden ist: Mooswald bei Siat, Wandern auf die Lampertschalp, Viamala, Valendaser Dorfbrunnen, Val Müstair, Vnà, Specksteinofen, Palpuognasee bei Bergün, Ruinaulta, Furtschellas, Arena Alva, Pässe, Roseg-Gletscher, Piz und Bock, Murmeltieröl und Birra da Tschlin. Kapellen, Baden im Alpsee, Walter Liethas Antiquariat in Chur, vier italienische Täler, Chöre und Dorfmusik, meine Walser Freunde, Burgen, Bäche, Sagen, Mythen, Fischer und Jäger, Sport und Spiel! Trins-Trans-Truns!
 
Was mich so lebendig gemacht hatte in den Metropolen, macht mich heut müde! Wo ich ergriffen war und voller Leidenschaft, da schliesse ich die Augen und verstumme. Mich dürstet nach den Farben des Herbstes: Das flirrende Leuchtgelb der Lärchenwälder unter intensiv blaublauem Himmel. Werden. Sein. Vergehen. Das Rauschen kühler Bergbäche, dunkle Maiensässnächte ohne künstliches Licht, das Gras wachsen hören, 1001 Grüntöne unterscheiden können, mit einer Amsel duettieren, am offenen Feuer Forellen braten, begleitet vom bündnerisch internationalen Zirpen der Grillen. Der Duft von frisch geschnittenem Heu, ein Schneefeld im Mondlicht, natürliche Stille.
 
Man sagt: Wir Bündner hätten sogar Heimweh, wenn wir zu Hause sind.
 
Corin Curschellas

Dieser Artikel wurde in der Graubünden 09/37 der Schweizer Familie publiziert.